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Therapien der zweiten Stufe

Der zweite Schritt bei der Behandlung von chronischem Schmerz besteht häufig aus invasiveren und kostenintensiveren Verfahren und Therapien.

  • Nervenblocker: Bei Nervenblockern werden ein lokales Anästhetikum und/oder Steroide direkt auf den Nerv angewendet, der den Schmerz verursacht. Nervenblocker sorgen in der Regel für eine vorübergehende Schmerzlinderung aufgrund ihrer betäubenden (anästhetischen) Wirkung. Sie können auch dazu beitragen, Gewebeschwellungen im Bereich des Nervs zu verringern, die den Nerven irritieren und Schmerzen verursachen können.

  • Systemische Opiate: Als Opiate bezeichnete hochwirksame Schmerzmittel werden häufig verschrieben, wenn schwere chronische Schmerzen nicht auf Therapien der ersten Stufe ansprechen und eine Operation nicht in Frage kommt oder keinen Erfolg gebracht hat. Mit Opiaten können die meisten starken Schmerzen wirksam gelindert werden. Allerdings treten häufig Nebenwirkungen auf, die von Benommenheit und Verstopfung bis zu einem erhöhten Abhängigkeitsrisiko reichen – insbesondere, wenn Opiate in Pillenform oder über Hautpflaster verabreicht werden.

  • Neurolyse: Bei der Neurolyse wird mit einer chemischen Substanz Nervengewebe zerstört, um die Funktion eines Nervs zu unterbinden. Die Substanz (in der Regel Alkohol oder Phenol) wird um den spezifischen Rückenmarksnerv herum injiziert, der den schmerzenden Bereich versorgt oder aktiviert. Das Ziel der Neurolyse ist es, die Übertragung von Schmerzsignalen an das Gehirn durch den Nerv zu unterbinden. Dieses Verfahren ermöglicht in der Regel eine wirksame Schmerzlinderung über Wochen oder Monate.

  • Thermische Verfahren: Thermische Verfahren wie die Kryoanalgesie und Hochfrequenz (HF)-Läsionierung unterbinden die Übertragung von Schmerzsignalen über einen Nerv mithilfe von Temperatur. Bei der Kryoanalgesie wird der Nerv extremer Kälte ausgesetzt. Das Ausmaß der Schädigung des Nervs hängt davon ab, wie lange und mit welcher Intensität der Nerv der Kälte ausgesetzt wird. Die Schädigung kann minimal sein, mit lediglich einem Verlust der sensorischen Funktion über mehrere Wochen, oder vollständig mit vollständigem Verlust der sensorischen Funktion und möglicher motorischer Beeinträchtigung. Die Kryoanalgesie wird häufig für chronische Schmerzen in der Brustwand, im Gesicht und andere Neuralgien verwendet.

Bei der HF-Läsionierung wird Hochfrequenz-Energie verwendet, um Hitze zu erzeugen und eine thermische Koagulation der betroffenen Nerven zu bewirken, damit sie keine Schmerzsignale mehr übertragen können. Die HF-Energie wird nur an die betroffenen Nerven abgegeben, wodurch die Gefahr einer Schädigung der Nerven und des angrenzenden Gewebes minimiert wird. Die HF-Läsionierung kann eine Schmerzlinderung für bis zu einem Jahr bewirken und wiederholt angewendet werden. Hinweis: Die HF-Läsionierung darf nicht mit der HF-Rückenmarkstimulation verwechselt werden; es handelt sich dabei um verschiedene Therapien.

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