Nachfolgend finden Sie einige Fragen, die häufig von Patienten gestellt werden, die eine Rückenmarkstimulations-Therapie (SCS) erwägen. Wenn Sie hier keine Antwort auf Ihre Fragen finden, wenden Sie sich an einen Schmerzspezialisten.
Die Rückenmarkstimulation (SCS) ist eine Therapie für chronische, behandlungsresistente Schmerzen, die schwache elektrisch Impulse zur Stimulation von spezifischen Nerven entlang des Rückenmarks erzeugt. Die Stimulation blockiert Schmerzsignale, bevor sie im Gehirn ankommen. Der Patient verspürt stattdessen ein angenehmeres Gefühl, das als Parästhesie bezeichnet wird.
Obwohl sowohl SCS als auch TENS elektrische Impulse verwenden, unterscheiden sich die Verfahren in ihrer Funktionsweise und wurden für unterschiedliche Schmerztypen entwickelt. Eine TENS-Einheit ist ein externes Gerät, das elektrische Impulse über Fixierpflaster abgibt. Die Fixierpflaster werden direkt auf der Haut über dem Schmerzbereich platziert. TENS ist in der Regel bei starkem chronischen Schmerz nicht effizient. Zurückliegende Erfolge oder Misserfolge mit der TENS-Therapie sind nicht geeignet, um Ihre Reaktion auf die Rückenmarkstimulation vorherzusagen.
SCS ist keine Heilbehandlung. Es handelt sich um eine Therapie, die Ihren Schmerz auf ein erträgliches Maß reduzieren kann, sodass Sie wieder ein normales Leben führen können. Viele Patienten betrachten die Rückenmarkstimulation als erfolgreich, wenn sie ihnen Unternehmungen und Aktivitäten vereinfacht, sie besser schlafen lässt und/oder ihren Bedarf an Medikamenten verringert.
In den vergangenen 35 Jahren wurden Tausende chronischer Schmerzpatienten mit SCS erfolgreich behandelt. Obwohl das Risiko für Komplikationen gering ist, sollten Sie alle Risikofaktoren mit Ihrem Arzt besprechen. Näheres finden Sie in den Sicherheitsinformationen und Garantieinformationen.
Das Gefühl wird von jedem Patienten anders empfunden. Manche Patienten beschreiben die Rückenmarkstimulation an angenehmes Kribbeln, andere als massageähnliches Gefühl, wieder andere fühlen nichts außer dem Nachlassen des Schmerzes. Im Idealfall ist das Gefühl angenehm und auf die schmerzenden Bereiche beschränkt.
SCS eignet sich nicht für alle Arten von Schmerz. Fragen Sie Ihren Arzt, ob die Ursache, der Typ und die Lokalisierung Ihrer Schmerzen Sie zu einem Kandidaten für die Rückenmarkstimulation machen. Bedenken Sie, dass es sich bei der Rückenmarkstimulation um eine fortgeschrittene Behandlungsstufe für chronischen Schmerz handelt. Das bedeutet, dass die Rückenmarkstimulation in der Regel nicht in Betracht gezogen wird, bevor andere Schmerztherapien –einschließlich von Schmerzmitteln, physikalischer Therapie, Nervenblockern und möglicherweise auch chirurgischen Eingriffen –erfolglos angewendet wurden.
Jede Ausführung hat Vor- und Nachteile. Die Entscheidung sollte anhand des Musters und der Komplexität Ihrer Schmerzen, Ihren Lebensgewohnheiten und der Menge an Energie getroffen werden, die zur adäquaten Linderung Ihrer Schmerzen benötigt wird. Sie und Ihr Arzt entscheiden gemeinsam, welches System sich für Ihre Situation am besten eignet.
Die SCS-Therapie erfordert einen operativen Eingriff. Dieser Eingriff erfolgt in der Regel in zwei separaten Schritten. Wenn Ihr Arzt sich für das Verfahren in zwei Schritten entscheidet, ist der Ablauf vermutlich wie folgt:
Schritt 1: Der erste Schritt besteht in der Durchführung einer Versuchsstimulation. Die Versuchsstimulation erfordert einen kurzen Eingriff, der meist ambulant in einem Krankenhaus oder einer Tagesklinik erfolgen kann. Bei diesem Eingriff wird ein dünnes Kabel, das als Elektrode bezeichnet wird, unter Ihre Haut geführt und an einen batteriegetriebenen Stimulator angeschlossen, der am Körper getragen wird. Das Versuchssystem wird nur vorübergehend verwendet und ermöglicht Ihnen und Ihrem Arzt zu ermitteln, ob sich die Rückenmarkstimulation für Sie eignet.
Schritt 2: Der zweite Schritt besteht in der Implantation eines permanenten Systems. Wie bei der Versuchsstimulation kann der Eingriff für die permanente Implantation meist ambulant oder in einer Tagesklinik erfolgen. Die Elektroden werden an der erforderlichen Position entlang des Rückenmarks platziert und an einen implantierten Impulsgenerator angeschlossen.
Wie bei allen chirurgischen Eingriffen oder Schmerztherapien kann es zu Infektionen oder Blutungen kommen. Es besteht auch die Möglichkeit von Rückenmarkverletzungen, Elektrodendefekten oder mangelnder Wirksamkeit der Therapie. Obwohl das Risiko für diese Komplikationen gering ist, sollten Sie alle Risikofaktoren und Fragen mit Ihrem Arzt besprechen. Näheres finden Sie in den Sicherheitsinformationen.
Die Elektroden werden mithilfe einer Nadel oder durch einen kleinen Einschnitt in den Zwischenraum entlang des Rückenmarks eingesetzt. Die genaue Platzierung der Elektroden wird vom implantierenden Arzt bestimmt und hängt von der Lokalisierung Ihrer Schmerzen ab.
Er wird in der Regel im Gesäß- oder Bauchbereich platziert. Sie und Ihr Arzt erwägen dabei Faktoren wie die Bekleidung, ob Sie Rechts- oder Linkshänder sind und Ihr Körpergewicht, um die beste Position für das Gerät zu ermitteln.
Ihr Arzt hilft Ihnen, zu bestimmen, welche Aktivitäten geeignet sind und wann Sie Ihr Aktivitätsniveau wieder steigern können. Sie werden vermutlich dazu ermutigt, nach und nach wieder leichte körperliche Betätigung aufzunehmen, beispielsweise Walking und Gartenarbeit. Dies hilft Ihnen dabei, Kraft zu entwickeln und sich zu entspannen.
Sie können Ihren Rückenmarkstimulator je nach Bedarf rund um die Uhr verwenden. Die meisten Patienten nutzen das System jedoch tagsüber zur Schmerzlinderung und schalten es zur Nacht aus, da die Wirkung häufig auch nach der Stimulation noch anhält. Andere verwenden ihre Systeme auch beim Schlafen. Zusammen mit Ihrem Arzt legen Sie den bestgeeigneten Anwendungsplan fest.
Mit dem Programmiergerät können Sie den Stimulator ein- und ausschalten, Programme wählen und die Intensität der Stimulation einstellen. Bei den meisten Patienten werden mehrere Programme konfiguriert, um die bestmögliche Schmerzlinderung über den gesamten Tag hinweg oder bei bestimmten Aktivitäten zu erzielen. Ihr Arzt entscheidet, welche und wie viele Programme den Schmerz am wirksamsten lindern können.
Die Rückenmarkstimulation ist eine weithin anerkannte medizinische Behandlung. Viele Krankenversicherungen übernehmen die Kosten für die SCS-Therapie. In den meisten Fällen setzt Ihr Arzt sich direkt mit Ihrer Krankenversicherung in Verbindung, um die Notwendigkeit der Behandlung nachzuweisen oder eine Kostenübernahme zu beantragen. Denken Sie daran, Ihren Arzt zu fragen, wie die entsprechenden Abläufe organisiert sind. Sie sollten sich selbst bei Ihrer Versicherung erkundigen, ob die Kosten übernommen werden und Sie einen Teil der Behandlung selbst tragen müssen.
Ihr Arzt hilft Ihnen bei dieser Entscheidung. Je nach ihrem Zustand und ihrer Tätigkeit können manche Patienten dank der Rückenmarkstimulation ihre Arbeit wieder aufnehmen. Die Wiederaufnahme Ihrer Tätigkeit sollte jedoch ein gemeinsam mit Ihrem Arzt festgelegtes Ziel und keine Voraussetzung für den Erfolg der Therapie sein.
Personen mit Stimulatoren dürfen sich keinen Kernspintomographie-Untersuchungen unterziehen. Das elektromagnetische Feld, das von Kernspintomographie-Systemen erzeugt wird, ist mit dem SCS-System nicht kompatibel. Weitere Informationen finden Sie in der Bedienungsanleitung zu Ihrem Produkt.
Bei Patienten mit bedarfsgesteuerten Herzschrittmachern dürfen keine SCS-Systeme implantiert werden. Fragen Sie Ihren Arzt, wenn Sie sich nicht sicher sind, was für einen Herzschrittmacher Sie tragen.
Nach der Implantation eines permanenten konventionellen oder wiederaufladbaren Systems können Sie duschen und schwimmen. Während der kurzen Versuchsphase müssen Sie den Kontakt mit Wasser jedoch vermeiden.
Nein. Wenn die Rückenmarkstimulation aktiviert ist, dürfen Sie nicht Auto fahren und keine schweren Maschinen führen. Sie müssen dazu den Stimulator ausschalten. Durch die verschiedenen Sitzpositionen beim Fahren kann die Stimulation erheblich variieren. Diese Variationen können Ihre Aufmerksamkeit vom Verkehr ablenken. Sie können jedoch mit eingeschaltetem Stimulator problemlos im Auto mitfahren.
Ja. Metalldetektoren und Diebstahlsicherungsvorrichtungen können auf Ihr Rückenmarkstimulationssystem ansprechen. Ihr Patientenausweis hilft Ihnen jedoch, durch diese Kontrollen zu gelangen. Tausende von Personen tragen implantierte medizinische Geräte wie Schrittmacher, sodass das Sicherheitspersonal weiß, wie es reagieren muss. Beim Fliegen ist es wichtig, die Anweisungen des Bordpersonals zu befolgen und den Simulator beim Start und bei der Landung auszuschalten.
Fragen Sie Ihren Arzt nach seiner Erfahrung mit der Rückenmarkstimulation. Einige Ärzte sind mit der Therapie möglicherweise vertraut, implantieren jedoch keine SCS-Systeme. Schmerzspezialisten sind die beste Anlaufstelle für die SCS-Behandlung.
Klicken Sie hier, um die vollständigen Sicherheitsinformationen zu lesen.
Die Antworten auf die oben aufgeführten häufig gestellten Fragen sind lediglich Empfehlungen. Patienten sollten stets Ihren Arzt um Rat fragen. Die Antworten sind keine medizinischen Ratschläge.




